19. September 2017

Mit den Begrüßungen durch Klaus Brückner für den Westwind e.V. und Gerd Sauer für die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund wurde der Talk Abend eröffnet.

Einleitend wurde den Gästen ein Einspielvideo präsentiert:

Bärbel Dieckmann präsentierte sich gut aufgelegt und offen für alle Fragen zu ihrem Privatleben und den bisherigen Stationen ihres Lebens als Lehrerin, Oberbürgermeisterin, Politikerin und Präsidentin der Welthungerhilfe in der Gesprächsreihe „NRW-ganz persönlich” am 19. September in der „Botschaft des Westens” – der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Berlin. Klaus Brückner, der als Stellvertretender Vorsitzender des Westwind e.V., das Gespräch führte, hatte damit eine leichte Aufgabe: Bärbel Dieckmann beeindruckte die über 70 Gäste mit ihren klaren und unprätentiösen Antworten.

Ja, es sei eine große Freude, aber auch nicht immer so ganz einfach gewesen, sich um die zwei in kurzem Abstand zur Welt gekommenen Zwillingspaare zu kümmern, aber eine große Familie mit einem starken Zusammenhalt sei auch ein Quell der Stärke und des Rückhaltes in schwierigen Zeiten gewesen – und sei es bis heute.

Und ja, natürlich habe sie es als Privileg empfunden, in ihrem Leben mit einer Vielzahl unterschiedlichster Menschen zusammentreffen zu können – von der Kindersprechstunde, die sie als Oberbürgermeisterin regelmäßig durchführte, über die UN-Generalsekretäre Kofi Annan und Ban Ki Mon, die sie bei dem Ausbau Bonns zu einem Standort für die Vereinten Nationen überzeugen konnte, bis zu den eindrucksvollen Frauen in Afrika, die auch unter härtesten Bedingungen nicht aufgeben und sich um Ernährung, Gesundheit und Bildung in ihren Familien kümmern.

Als größtes Privileg habe sie es aber immer empfunden und werde nicht aufgeben, dies vor allem auch den jungen Menschen in Deutschland zu vermitteln, dass sie 1949 in einem befreiten Deutschland geboren worden sei und ihren Lebensweg in einem freiheitlichen, demokratischen und solidarischen Land habe gehen können. Dies sei in der Tat ein Privileg, das ihr gerade in den letzten Jahren mit den Eindrücken aus vielen anderen Ländern, die sie für die Welthungerhilfe besucht hat, immer deutlicher geworden sei.

Bärbel Dieckmann betonte, dass sie heute die Entscheidung des Bundestages für Berlin als Hauptstadt des vereinten Deutschlands als richtig empfinde. Sie habe natürlich Verständnis für die Sorgen der Bonner Bürgerinnen und Bürger gehabt, aber in ihrer 15jährigen Amtszeit auch alles dafür getan, der Stadt mit der von Bund und Land geleisteten Unterstützung für Infrastruktur und Neuansiedlung von Unternehmen und Institutionen sowie mit der Entwicklung der „Bundesstadt Bonn” zu einem internationalen Zentrum ein neues, modernes und zukunftsfähiges Profil zu geben. Jeder könne sich heute davon überzeugen, dass dies gelungen sei. Dabei habe es auch Rückschläge und Enttäuschungen gegeben. So seien die öffentliche Diskussion und die notwendigen juristischen Klärungen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bundeshauses in Bonn („Behnisch-Bau”) zu einem internationalen Konferenzzentrum für sie selbst, aber vor allem auch für viele Verantwortliche in der Stadt eine schwierige Zeit mit großen Belastungen gewesen. Das Projekt sei jedoch zwingend notwendig gewesen, weil es Voraussetzung für die Ansiedlung der UN-Sekretariate und für die Durchführung großer Konferenzen der Weltgemeinschaft gewesen sei.

In eindrücklicher Weise berichtete Bärbel Dieckmann über ihre nunmehr schon 9jährige Tätigkeit als Präsidentin der Welthungerhilfe, die seit 55 Jahren „Hilfe zur Selbsthilfe” leistet und heute in 38 Ländern mit 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig ist. Mit ihrer Botschaft „Eine Welt ohne Hunger ist unser Ziel” wandte sich Bärbel Dieckmann zum Schluss der Diskussion noch einmal mit dem eindringlichen Appell an die Gäste des Abends, bei allen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen, denen auch unser Land und vor allem auch viele benachteiligte Mitbürgerinnen und Mitbürger ausgesetzt seien, die viel größere Not und das Schicksal vieler Millionen Menschen nicht aus den Augen zu verlieren, die von Kriegen, Hunger oder den Folgen des Klimawandels betroffen sind.

Mit einem besonderen ganz persönlichen Dank an den Westwind e.V. für seine vielfältigen und interessanten Aktivitäten und die zahlreichen Kontakte verabschiedete sich Bärbel Dieckmann: „Es ist wunderbar, nordrhein-westfälische Freunde in Berlin zu haben”!

Musikalisch wurde der Abend unterstützt von Jazz Pianist Helmut Bruger

Margarete Schwind

SCHWINDKOMMUNIKATION, Berlin

Die Veranstaltungen auf der Westwind-Seite sind so verlockend. Hätte ich mehr Zeit – ich wäre bei den Besichtigungen immer dabei!