26. April 2017

Potsdam hat seit Januar 2017 eine neue Attraktion: das Museum Barberini am Schlossplatz in Potsdam öffnete seine Pforten und ist jetzt schon ein Wahrzeichen der brandenburgischen Landeshauptstadt. Der IT-Pionier und Kunstsammler Hasso Plattner ließ dafür das 1771/72 als Bürgerhaus erbaute und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Palais Barberini rekonstruieren. In direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss, der Nikolaikirche und dem Alten Rathaus ist so Potsdams Alter Markt nach historischem Vorbild wiederentstanden.

Alter Markt ( © Barbara Plate)

Das Palais Barberini im Wandel der Zeit:

In jährlich drei wechselnden Ausstellungen werden auf einer Fläche von 2.200 m ² Kunstwerke der Alten Meister sowie der Moderne aus der Plattner Kollektion und Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen zu sehen sein. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Impressionismus.

Und genau auf diesen Schwerpunkt konzentrierte sich die Führung, zu der sich 21 Mitglieder an einem sonnigen Mittwochnachmittag auf dem Alten Markt in Potsdam trafen.

Ausgestattet mit Kopfhörern ging es in rasantem Tempo unter der Führung eines Kunsthistorikers durch die hochinteressante Ausstellung. Beeindruckend und überraschend der Einstieg in die Führung, die er mit den Worten „Eigentlich gibt es bei den Bildern der Impressionisten nichts zu erklären. Sie müssen sich Zeit nehmen und ganz in Ruhe die Bilder auf sich wirken lassen. Schauen Sie in die Tiefe der Bilder und Sie werden immer Neues entdecken”, begann.

Die Impressionisten sahen die Welt ausdrücklich durch ihre Maleraugen. Sie bestanden darauf, ihren Zeitgenossen im richtigen Sehen voraus zu sein. So hoben sie hervor, dass sich die farbige Erscheinung eines Gegenstandes je nach Umgebung und Beleuchtung verändert; ebenso dass Schatten durch ihre Umgebung bestimmt sind und verschiedenartige Farbwerte annehmen können. Ferner sei es unerheblich, so behaupteten sie gelegentlich, welchen Gegenstand man male, die Lichtverhältnisse seien entscheidender.[5] Oftmals wird in ihren Werken der Effekt einer bestimmten Tages- bzw. Jahreszeit hervorgehoben.

Claude Monet: Der Fluss
Paul Signac: Klipper (Pointismus)

Die Freilichtmaler hatten die Erfahrung gemacht, dass die von Sonne und Wolken abhängige Lichtsituation alles im Landschaftsbild verändern kann. Dieser Effekt ist umso stärker, wenn Wasserflächen das Licht reflektieren. Spiegelungen des Himmels bieten ein bewegtes, nuancenreiches Farbenspiel, belebt von den Bewegungen der Wasseroberfläche. Der Gesamteindruck des Bildes ist mehr als eine Verdoppelung des Gesehenen. Die flüchtigen und variierenden Phänomende der Reflexionen liefern den Impressionisten die Vorlage für ihr zentrales künstlerisches Verfahren:
Die Auflösung des Gegenstandes.

Gustave Caillebotte: Die Brücke von Argenteuil und die Seine