Die Gründungsgeschichte und die Entwicklung bis ins Jahr 2016

“Gute Ideen haben viele Väter und Mütter” - bei der Gründung des Vereins “Westwind” hat diese Weisheit ihre besondere Berechtigung. Viele Persönlichkeiten aus NRW haben sich ganz unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit um die Idee und ihre Verwirklichung verdient gemacht..

Detlev Samland, Essener SPD-Politiker und von Juni 2000 bis zum April 2001 NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten im Kabinett von Ministerpräsident Wolfgang Clement, hatte noch in der Bauzeit der neuen Landesvertretung im Berliner Tiergartenviertel die Idee, dort auch ein öffentlich zugängliches Lokal einrichten zu lassen. Ihm war klar, dass nach dem Umzug von Parlament und Teilen der Bundesregierung viele NRWler in Berlin leben und arbeiten würden. Die Landesvertretung sollte deshalb– so die Idee – als “NRW-Club” ein Treffpunkt nicht nur für Bundestagsabgeordnete aus NRW, sondern auch für andere aus NRW stammende oder unserem Land verbundene Personen sein.

Verschärfte Sicherheitsbedingungen nach dem Anschlag am 11. September 2001 in New York machten diesen Plänen rasch ein Ende. Und so dauerte es auch nach Fertigstellung des modernen Gebäudes in der Hiroshimastraße noch bis zum Jahr 2007, dass die “Club”-Idee wieder aufgegriffen wurde.

Tim Arnold, Dienststellenleiter der Landesvertretung seit 2005, war daran gelegen, die Landesvertretung auch für andere Mitbürgerinnen und Mitbürger aus NRW zu öffnen, die inzwischen in Berlin ihren neuen Lebensmittelpunkt gefunden hatten. Er bat Ditmar Gatzmaga, einen langjährigen Mitarbeiter der Landesvertretung, gemeinsam mit dem stellvertretenden Dienststellenleiter, Dirk Schattschneider, und dem Verwaltungschef, Christian von Deuten, ein Konzept zur Verwirklichung dieser Idee zu entwickeln.

Der zu dieser Zeit amtierende Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Michael Breuer, gab schließlich “grünes Licht” und die

… Zustimmung zur Gründung eines Vereins der Rheinländer, Westfalen und Lipper in Berlin (Arbeitstitel), der an der Herausbildung einer Identität unseres Bundeslandes im öffentlichen Bewusstsein der Bundeshauptstadt mitwirken und insbesondere Träger von Netzwerk- und Kulturaktivitäten werden soll”.

Danach begann die Arbeit an den Details. Das Interesse daran war groß und die Projektgruppe konnte auf zahlreiche Unterstützer bauen. Das waren zum Beispiel die Hauptstadtrepräsentanten nordrhein-westfälischer Unternehmen, aber auch Geschäftsführer von Wirtschaftsverbänden, die mit Rat und Tat bei der Vereinsgründung und mit Hinweisen zu den am besten geeigneten rechtlichen und formalen Bedingungen zur Verfügung standen.

Aber auch der freundschaftliche Kontakt zum Verein der “Baden-Württemberger in Berlin hat die Gestaltung des “Westwind e.V.” beeinflusst. Die “Südwestler” hatten ihren Verein aus einer Initiative landsmannschaftlicher Treffen schon im Jahr 2000 gegründet und wurden von der Baden-Württembergischen Landesvertretung unterstützt. Dies wurde nicht zuletzt darin deutlich, dass die oder der Bevollmächtigte Baden-Württembergs beim Bund “geborenes” Mitglied im Vorstand des Vereins ist – eine Regelung, die in die Satzung des “Westwind e.V.” entsprechend übernommen worden ist.

Der Name hatte sich im Laufe der Beratungen mehrfach verändert. Zum “NRW-Club” und der späteren “Gesellschaft der Nordrhein-Westfalen in Berlin e.V.” hatten sich längst weitere hinzugesellt. Alle an den Planungen beteiligten Personen waren schließlich aufgefordert worden, die vorliegenden Namensvorschläge mit einer Schulnote zu bewerten. Insgesamt zwanzig Benotungen trafen ein, schriftlich, telefonisch oder im persönlichen Gespräch.

Einige erfahrene Handwerker im Berliner Politik- und Lobbygeschäft hatten zu bedenken gegeben, dass der sehr selbstbewusste, von Herrn Dr. Hans-Liudger Dienel eingebrachte Vorschlag “Westwind” als zu aggressiv, als sozusagen “imperialistisch” wahrgenommen werden und Türen zuschlagen könnte. Das war ein Einwand von Gewicht. Deshalb hatte der Vorstand entschieden, diesen Vorschlag mit einem zweiten, der “Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin” lautete, zu fusionieren, zu “Westwind – Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin e.V.”. So wurde der frische Wind aus dem Westen mit dem deutlichen Bekenntnis zur neuen Heimat in der Bundeshauptstadt vereinigt.

Besprechungspunkte bei der Sitzung des Vorvereins am 8. November 2007 waren neben der Satzung und den Namensvorschlägen auch die Mitgliedsbeiträge der natürlichen und der juristischen Personen (Firmenmitgliedschaften). Empfohlen wurde zudem, die Beiträge nicht in der Satzung, sondern in einer davon getrennten Beitragsordnung zu verankern.

Beratungsstand war außerdem, dass der Vorstand sich aus fünf Personen zusammensetzen sollte: dem/der Vorsitzenden, dem/der Schatzmeister/in, zwei weiteren Vorstandsmitgliedern und dem/der Bevollmächtigten des Landes beim Bund.

Der Verein "Westwind - Wir Nordrhein-Westfalen in Berlin", wurde am 10. März 2008 in der “Botschaft des Westens”, der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, in der Hiroshimastraße 12 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählte auch Christina Rau, die Ehefrau des Bundespräsidenten a.D. und langjährigen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau. Viel Politprominenz feierte die Gründung anschließend im Rahmen eines Frühlingsempfangs der Landesvertretung.

Für den Gastgeber erklärte Andreas Krautscheid, der amtierende NRW- Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien:

"Die 'Botschaft des Westens' hat das Projekt 'Westwind' nach Kräften unterstützt. Was kann der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen Besseres passieren, als dass ein Verein in der Bundeshauptstadt bürgerschaftliches Engagement für die Interessen unseres Landes organisiert?"

Als Vorsitzender des siebenköpfigen Vorstandes wurde Christoph Kannengießer gewählt, der Erfahrungen aus verschiedenen Funktionen in Verbänden und politischen Stiftungen mitbrachte. Die Landesregierung wurde im Gründungsvorstand durch den Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Michael Mertes vertreten. Mertes zeigte sich überzeugt: "Der Verein wird ein reges Eigenleben entfalten". "Wir hoffen auf viele Mitglieder und eine wirkungsvolle Vernetzung in Berlin."

Als Schatzmeisterin gewählt wurde

  • Gabriele Weber, Direktorin der Weberbank Actiengesellschaft.
Die weiteren Mitglieder im Gründungsvorstand:

  • Hans-Liudger Dienel, Geschäftsführer des Instituts Technik und Gesellschaft an der TU Berlin;
  • Thomas Ellerbeck, Direktor Unternehmenskommunikation und Politik bei Vodafone;
  • Franziska Lindemeier, Geschäftsführerin eines mittelständischen EDV-Dienstleistungsunternehmens aus Erkrath bei Düsseldorf; Prof.
  • Dr. Annette Kreutziger-Herr, eine Berlinerin mit einem Lehrstuhl an der Hochschule für Musik in Köln 

Das Gründungsprotokoll finden Sie hier!

Ein erklärtes Ziel des Westwind e.V. war und ist es, die in Berlin und Brandenburg lebenden Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens zu betreuen. Außerdem will er aktiv für sein Bundesland werben. In der Vereinssatzung heißt es hierzu:

"Wir wollen über Innovationen in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur unseres Bundeslandes informieren und Sympathien für unser Land gewinnen. Unsere Aufmerksamkeit gilt dabei besonders der Bildung junger Menschen, der Unterstützung junger Talente und der Förderung frischer Ideen aus Nordrhein-Westfalen."

Der Verein hat in den ersten 6 Jahren seines Bestehens einen festen Platz in der bunten und turbulenten Szene Berlins gefunden und pflegt mit seinen mehr als 300 Mitgliedern ein lebhaftes Vereinsleben. So finden längst nicht nur NRWler das breite und vielfältige Veranstaltungsangebot attraktiv und sie erfreuen sich an der Möglichkeit, über ihre Westwind-Mitgliedschaft zum “Club” zu gehören, der auch die vielen Angebote der Landesvertretung nutzen kann.

Ditmar Gatzmaga, der die Gründung des Vereins so engagiert unterstützt hat und die positive Entwicklung des Vereins als Geschäftsführer ganz entscheidend mit geprägt hat, hat angesichts seines absehbaren Ruhestandes seine Aufgaben an den amtierenden Vorstand zurückgegeben.

Der Vorstand ist ihm und den vielen anderen, die bei der Vorbereitung und der Gründung des Vereins maßgeblich beteiligt waren, sehr dankbar und wird auf seiner Arbeit aufbauen können.

Mit einer neuen Satzung macht sich der Verein fit für die Zukunft, aber die kann bekanntlich nur gewonnen werden, wenn man seinen Ursprung kennt und sich mit Respekt und Verstand an das Vergangene und die Ursprünge erinnert.

Der Vorstand im Juli 2016.